Zwei bahnbrechende Entdeckungen

1. Das Flohmarkt Gefühl wiederentdeckt. Wie konnte ich nur so lange ohne? Was habe ich denn all die Jahre sonntags sonst so gemacht?

Früher, als es den Begriff „Vintage“ noch gar nicht in dem Zusammenhang gab, war ich ja andauernd am Wochenende auf Flohmärkten unterwegs. In Paris sowieso, auf dem Puces de Montreuil zum Beispiel. Und vor allem hatte es mir ja der wunderbarere Les Puces de Saint-Ouen so angetan. Aber auch später wieder zu Hause, in Berlin. Der Flohmarkt am 17.Juni, am Fehrbelliner Platz und die anderen alle.

Ich habe es geliebt, dieses besondere Gefühl. Das Gefühl, eine Schatzsucherin zu sein. Keine Schnäppchen-Jägerin.

Vorher schön frühstücken gewesen und dann gegen 11.00 Uhr eingetroffen und eingetaucht in das Gefühl und die besondere Atmosphäre. Ganz früh da sein, war und ist nicht mein Ding. Das hat so was Verkrampftes.

Nein, locker. Und immer in der Gewissheit, die allerschönsten Dinge warten sowieso auf mich. Ich muss nur ein bisschen suchen und kramen und stöbern und vor allen Dingen ANFASSEN. Und anprobieren natürlich.
(Tipp: Rock anziehen. Darunter kann man wunderbar Hosen anprobieren und andere Röcke. Oben enges Top. So kann man ganz entspannt Oberteile testen. Ich würde IMMER alles vorher anprobieren).

Dass ich Flohmärkte wiederentdeckt habe, verdanke ich den beiden süßen australischen Mädels neulich in der U-Bahn. Die haben sich nämlich darüber unterhalten. Über, tataaa, den Flohmarkt am Mauerpark.

Und ich sag`s gleich: Ich bin so was von verliebt in diesen Flohmarkt. Antiquitäten, Bücher, schönster Schmuck, feines Porzellan und Vogelkäfige. Und so tolle Klamotten. Und nur nette und entspannte Leute. Musik. Köstliches Essen gibt`s auch überall.

Es war wie ein Urlaubstag, dieser Sonntag mit meiner Freundin Katja. Urlaub in meiner Stadt und es hätte nicht viel gefehlt, und ich hätte laut ausgerufen: „Und daaa. OMG, guck mal, man sieht ja auch den Fernsehturm.“

Ich bin süchtig. Starker Stoff dieser Flohmarkt am Mauerpark. Gleich beim ersten Mal ist man drauf. Ich werde es wieder tun. Nächste Woche.

Wollt ihr meine Beute Schätze sehen?

Katja_+ TextNicht erbeutet. Hab ich schon ganz lange. Glücklicherweise. Meine wunderbare Katja.

 

 

 

 

 

 

Diese Stiefel hab ich ewig gesucht. Perfekter Absatz und dieser Cognac-Ton. Die sind von Moschino. 15 Euro. Kreisch.
Stiefel+Text

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch  Fragen zu diesem Kleid und dieser Tasche? Nee oder? 23 Euro. Für Beides. Dazu werde ich meine höchsten Schuhe tragen  und große Ohrringe. Genauso sah ein Outfit von Dolce und Gabbana neulich in der Vogue aus. 23 Euro!!

Kleid +Text

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

And now for something completely different…

2. Bettwäsche bügeln. Okeey. Ist ein bisschen gewagt, ich gebe es zu. Im Zusammenhang mit Bügeln von bahnbrechender Entdeckung zu sprechen, klingt erstmal höchst eigenartig. So à la Mutti.

Und ich gelobe, es wird das erste und letzte Mal sein, dass hier was übers Bügeln schreibe. Ich schwör. Obwohl. Mit Blut würde ich diesen Schwur jetzt nicht unterzeichnen, denn am Sonntag fand ich es irgendwie beinahe angenehm meditativ, fast wie Schwimmen oder so. Und davon krieg ich ja nie genug vom Schwimmen: noch eine Bahn, Anschlag, wieder zurück, weiterweiterweiter, ach, eine geht noch. Unter einer Stunde fang ich damit ja gar nicht erst an. Schwimmen macht allerdings die definitiv schöneren Arme. Glaub ich wenigstens, denn so viel hab ich in meinem Leben jetzt nun noch nicht gebügelt.

Äh, wo waren wir? Ja, ich liebe also frischbezogene Betten. Mein frischbezogenes Bett. Wie schön bitte ist so ein frischbezogenes Bett mit makellosen Bezügen (ich dulde bei mir nur weiß. Pures, und reines weiß und aus Leinen selbstverständlich. Leinen ist entscheidend) und dazu dann noch das perfekte Buch.

Und als ich also gerade so die frisch gewaschene tolle, aber zerknitterte Bettwäsche aufziehen wollte, da dachte ich, schön ist irgendwie was anderes, vielleicht sollte ich ja doch mal… und… schwupps, stand ich schon am Bügelbrett. Eine Bahn, noch eine, und… siehe oben.

Und soll ich euch was sagen. Es fühlt sich echt noch hundertmal besser an, frisch gewaschen UND frisch gebügelt. Vielleicht bin ich beim nächsten Mal ja ganz crazy und stärke die Bettwäsche noch. Ich Tier.

Macht ihr so was auch?

Es gibt ja von The Laundress diese Knallerprodukte für die Wäschepflege.

Kennt ihr die?

Biologisch abbaubar, nur natürliche Inhaltstoffe, nicht an Tieren getestet, wunderschönes Design der Flaschen, genialer Duft und so weiter. Leider teuer. Leider geil. Gibt’s zum Beispiel hier.

Kleiner Nachtrag: Das perfekte Buch ist bei mir momentan Ein dreifaches Hoch auf die Milchstraße von Kurt Vonnegut.

Ich sinke vor ihm auf die Knie. Hat der Mann geniale Kurzgeschichten geschrieben!

Brillant übersetzt von Mister Harry besser-geht’s-nicht Rowohlt. Über den schreib ich übrigens gerade ein Porträt. Demnächst mehr dazu.

Harry Rohwolt +TextIch find ihn soooooo großartig!

Harry Rowohlt neulich bei einer Lesung in Kleinmachnow

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und noch was: Gerade hab ich erfahren, dass man Sprühstärke auch selber machen kann. Echt jetzt.

Diesen DIY Trend hab ich nun eine gefühlte Ewigkeit ignoriert. Aber so in letzter Zeit. Weiß ja auch nicht, kann schon Spaß machen, irgendwie, dieses Selbermachen. Ich dachte ja eigentlich immer, ich hab zwei linke Hände, was das angeht. Jetzt mal abgesehen von Kochen und Backen. Das kann und liebe ich beides ohne Ende.

Aber Basteln? Moi?

Als Lotte kleiner war, war ich diejenige, die NIE mit ihr Kastanienmännchen oder so was gebastelt hat. Never. Das hätte auch ein Blutbad gegeben. Ich sehe es richtig vor mir, wie ich versuche, mit nem Korkenzieher ein Loch in die verdammte Kastanie zu bohren, um dann da Streichholzbeinchen rein zustecken, die dann natürlich nicht passen und  abbrechen und alles.

Wahrscheinlich erzählt Lotte später ihrem Psychiater davon. Mit bitterem Unterton und zitterndem Kinn. Sie sei jetzt hier in Behandlung um aufzuarbeiten, dass ihre Mama sich früher geweigert hat, mit ihr zu basteln. Noch nicht mal Kastanienmännchen.
(Dafür haben wir immer zusammen gekocht und gebacken, dass es nur so gestaubt hat. Und tun das zu meinem großen Glück immer noch. Und überhaupt, wer hat immer beim Plätzchenverzieren den megatollsten Dekokram parat? Wer?)

Jedenfalls geht selbstgemachte Sprühstärke angeblich so. Ganz easy-peasy sei das, hat mir vorhin meine Nachbarin verraten:

1 EL Stärke mit 1 Liter destilliertem Wasser verrühren.
Erhitzen. Nicht kochen. In Sprühflasche füllen. Attacke.

(Leider habe ich gerade nichts davon im Haus. Werde es aber testen).

Ich würde ja noch einen schönen Duft dazu geben. Am besten was von Marc Jacobs. Der macht nicht nur die tollsten Klamotten. Schuhe auch. Und seine Taschen erst.  Hach. Und natürlich, bien sur, kann er auch Parfum Und wie. Mein momentaner Favorit: Lola.

Wenn ich von etwas begeistert bin, neige ich so ein bisschen zum Exzessiven.

Neulich beim Frühstück:

Der Mann:“ Äh, kann das sein, dass mein Brötchen hier irgendwie nach Lola schmeckt?

Ich: „Echt jetzt? Du Glücklicher!“

Werde versuchen, mich zu mäßigen. Vielleicht. Bei manchen Dingen gibt`s einfach kein zuviel. Bei Marc-Jacobs-Dingen zum Beispiel.

♥ Doris