Welcome Goodbye. Angriff der Rollkoffer, oder was?

No more Rollkoffer

Welcome Goodbye.

So heißt der neue Dokumentarfilm von Nana Rebhahn und ich werde mir den in den nächsten Tagen auf jeden Fall ansehen.

Berlin boomt. Und nicht alle finden das toll.

Aufkleber, Graffitis und handgemalte Schilder zeugen davon, dass Berlin Besucher mancherorts anscheinend alles andere als willkommen sind.

Berlin doesn´t love you

Ich wohne zwar nicht in einer angesagten Gegend, vor meiner Wohnung holpern also keine Rollkoffer übers Pflaster, keine Touristen auf diesen (verabscheungswürdigen!) Segways kutschieren durch meine Straße, hier häuft sich kein Müll und keine leeren Pullen (also nicht mehr als üblich) und die Doppeldeckerbus-Karawanen ziehen auch lieber durch andere Kieze.

Deshalb könnte man natürlich einwenden, ich hab leicht reden, wenn ich sage:

Ich verstehe das Touristen-Bashing nicht.

Berlin boomt. Völlig nachvollziehbar für mich. DIE Stadt.

Fand ich übrigens schon immer, auch als es noch keine 27 Millionen Übernachtungen pro Jahr (2013) gab.

Ich bin in Berlin geboren und was unter anderem den Reiz hier für mich ausmacht, ist die Lässigkeit der Einwohner. Und die Toleranz. Dieser charakteristische Mix völlig unterschiedlicher Menschen

Und jetzt auf einmal Fremdenhass? Abschottung?

Viele Freunde von mir wohnen in Kreuzberg oder Friedrichshain und noch nie hab ich einen von denen über die bösen Touris klagen hören.

Ob es vielleicht daran liegt, dass das auch fast alles gebürtige Berliner sind.

Kann es sein, dass diejenigen, die am lautesten klagen, selber Zugezogene sind?

Der Film Welcome Goodbye lässt die vielen unterschiedlichen Stimmen zu Wort kommen:

Berliner, Touristen, genervte Einwohner, Verteidiger, Erklärer, Tourismusmanager, Stadtführerinnen.

Es geht um Existenzängste, Gentrifizierung, Mietpreise, Toleranz und Miteinander.

Hier ist der Trailer:

 

Neben der Meinung von Martin Sonneborn gefällt mir auch der Satz von Harald Martenstein in dem Trailer.

„Wie kann ich denn gegen den Tourismus in Kreuzberg auf die Straße gehen und dann nach Kreta in Urlaub fahren.“

Dazu passt das hier: Fucking tourists                                                                                                                                                                                    Foto: Nicolas Demeersma

Definition Tourist:

Tourist, der, ein Mensch, der ein anderes Land/ andere Stadt bereist und sich vorübergehend dort aufhält.

Interessiert euch der Film auch so? Was denkt ihr über das Thema?
Bin gespannt.

Bei der Vorstellung am Donnerstag, 12. Juni um 21:45 Uhr im Central, Rosenthalerstraße 39, gibt’s hinterher übrigens ein Gespräch mit der Regisseurin Nana Rebhahn.

♥ Doris