Stilvoll wohnen // Das wunderschöne Hotel Oderberger in Prenzlauer Berg

Bevor ich mich entschieden habe, das Schreiben und meine Tätigkeit als Sprecherin zu meinem Beruf zu machen, habe ich über zehn Jahre in der Hotellerie gearbeitet.

Ich hab das sehr geliebt damals, und auch so richtig von der Pike auf und mit allem Drum und Dran gelernt:

Ausbildung in einem Berliner 5 Sterne Hotel, Auslandsaufenthalte und verschiedene Stationen von der Kellnerin bis zur Sales Managerin. Dazwischen noch ein Studium zur Hotelbetriebswirtin. Es war mir wirklich ernst damit, mein Herz schlug Purzelbäume für diese Arbeit, die vielen Überstunden juckten mich gar nicht. Ich fühlte mich komplett am richtigen Platz.

Aber wie es so ist, Dinge ändern sich (zum Glück), nichts ist in Stein gemeißelt und als unsere Tochter dann geboren wurde, wusste ich plötzlich von einem Tag auf den anderen, dass dieser Abschnitt meines Lebens vorbei war.

Fortan würde ich schöne Hotels nicht mehr durch den Personaleingang betreten. Basta.

Doch die Faszination blieb mir glücklicherweise immer erhalten. Und wenn ich jetzt als Gast ein tolles Hotel genießen darf, kribbelt es noch so genauso schön und aufregend wie früher.

Dass ich auch mit Vorliebe neue Hotels in Berlin ausprobiere, verstehen viele nicht.

Wie? Ins Hotel? In der eigenen Stadt? Wieso denn das?

Aber wer nicht mit dem speziellen Hotel-Virus infiziert ist, kann das wohl auch nicht nachvollziehen.

Macht ja nichts.

Beim neueröffneten Hotel Oderberger Berlin habe ich mich als allererstes in den anbetungswürdigen Pool verliebt. Ich habe nämlich auch einen kleinen Spa-Spleen, und generell fühle ich mich am und im Wasser sowieso am wohlsten.

Hashtag: Let’s be mermaids.

Als wir morgens um sieben in unseren Bademänteln die kathedralenartige Schwimmhalle betraten, hätte ich dann vor Glück auch beinahe geheult.

Guckt doch mal:

Zum Oderberger Hotel gehört außerdem eine richtig gute Bar, was ich ja auch immer sehr wichtig finde.

Bei unserem Aufenthalt diese Woche war es eiskalt in Berlin, von Polarpeitschen wurde gemunkelt und überhaupt trage ich mich als erklärte Winterfeindin im Februar ja grundsätzlich mit Auswanderungsgedanken.

Umso schöner, wenn in der Hotelbar ein munteres Feuerchen im Kamin flackert, der nette Barkeeper einen antialkoholischen Cocktail nach meinen Wünschen („Nicht süß. Gerne mit viel Ingwer, und eher säuerlich. Geht das?“) zaubert, der gar köstlich schmeckt und Herz und Hände zusätzlich wärmt.

Die Liebe zum historischen Detail war maßgebend bei der Sanierung des Gebäudes und spiegelt sich in der Ausstattung der Zimmer wider. Eine sehr feine Mischung, die genau meinen Geschmack trifft.

Ein letztes Wort noch zum Frühstücksbuffet, das nur als umwerfend bezeichnet werden kann.

Es gab einfach alles, was das (veggie) Herz glücklich macht und selbst bei scharfem Nachdenken fällt mir nichts ein, was dort verbessert werden könnte.

Außer vielleicht der etwas sehr schnippischen Kellnerin. Sie war aber eine Ausnahme, ansonsten empfand ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Oderberger Hotel als sehr freundlich und professionell.

♥ Doris

Ich habe meinen Aufenthalt im Oderberger Hotel selbst bezahlt. Ich schreibe nur über Sachen, die ich wirklich mag. Was mir nicht gefällt, taucht nirgendwo auf.