Rainer Werner Fassbinder

Fassbinder Porträt

 Rainer Werner Fassbinder.

Nicht nur in Berlin kommt man momentan kaum an ihm vorbei.

Schließlich wäre der bedeutendste deutsche Nachkriegsregisseur und international renommierteste Vertreter des Neuen Deutschen Films jetzt 70 Jahre alt geworden.

Bekanntermaßen wurde RWF aber nur 37 Jahre alt.

Am 10. Juni 1982 starb er an Herzinfarkt, verursacht durch eine vermutlich versehentliche Überdosis Kokain.

Zitat: „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin.“

In 16 unglaublich produktiven Jahren, hat er ab 1966 insgesamt 44 (!) Filme geschaffen, die auch heute absolut nichts von ihrer Relevanz eingebüßt haben.

Ich habe übrigens auch begonnen, seine Filme wieder zu entdecken.
Was für eine gute Idee!

Gestern Abend gerade erst: Lili Marleen, den ich zuletzt irgendwann mit Anfang 20 gesehen habe, wie fast alle seine Filme, die mich damals völlig umgehauen haben.

Fassbinder war einzigartig.

Alles, was er tat, nahm exzessive Formen an.

Seine Arbeitswut. Seine Homo- und Bisexualität. Seine Melancholie. Sein Leiden an Deutschland. Seine Liebe. Sein Alkohol- und Drogenkonsum.

Er war ein Genie. Ein Berserker.

Seine Themen waren:

Deutschland. Die Ängste und Sehnsüchte der Menschen in diesem Land. Die erstarrte Gesellschaft. Schuld. Gewalt.
Die Macht der Gefühle. Missbrauch der Liebe.

Fassbinder Porträt_

Fassbinder im Kino

Das Arsensal, Institut für Film und Videokunst, zeigt noch bis Mitte August jeden Montag einen anderen Film von Rainer Werner Fassbinder.

http://www.arsenal-berlin.de/kalender/filmreihe/article/5490/3004.html

Fassbinder im Martin-Gropius-Bau

Fassbinder Ausstellung

 

 

 

 

 

 

 

 

Bis Ende August läuft noch die unbedingt sehenswerte Ausstellung „Fassbinder jetzt“ im Martin-Gropius- Bau. Sie zeigt Filmausschnitte, Dokumente, Interview- Collagen und die legendären Kostüme aus seinen Filmen.

Man kann dort auch seine Sprache entdecken. Poesie und Präzision. Wie zum Beispiel sein ins Diktafon gesprochenes Script (78 Stunden) zu „Berlin Alexanderplatz“.

Außerdem werden die Arbeiten zeitgenössischer Videokünstler*innen gezeigt, die sich auf Fassbinders Werk beziehen, es weiter denken und mit ihrer eigenen Haltung verbinden.

Ich hätte mich in der Ausstellung gerne über Nacht einschließen lassen!

www.berlinerfestspiele.de/gropiusbau

Fassbinder und Hanna Schygulla

RWF und Hanna Schygulla

Am 31. Mai 2015 wäre Rainer Werner Fassbinder 70 Jahre alt geworden, und aus diesem Anlass fand ein hinreißender Abend im schönen Heimathafen Neukölln statt.

Hanna Schygulla denkt an Rainer Werner Fassbinder.

Und das tat sie so unglaublich gut.

Durch erste Texte Fassbinders, durch Lieder, begleitet von dem Pianisten Stephan Kaynar und sogar malend.

Fassbinder

Durch Anekdoten, über das „liebe Rainerchen“, der seiner Mutter zu Weihnachten selbst geschriebene Kurzgeschichten und Gedichte in einem handgebundenen Buch schenkte („Es gibt Zärtlichkeiten, die umwerfend sind“).

Wir hörten über den „Schulversager“, der sich dort langweilte, der all seine Belesenheit lieber in seine ersten Arbeiten steckte. Über das Kennenlernen von Rainer und Hanna an der Schauspielschule, über die gemeinsamen Filme.

Dieser wunderbare Abend war also ein Geschenk an ihn und an uns, die Zuhörer*innen. Ich fühlte mich nach dem Abend so reich beschenkt, beschwingt, klüger.

Ich hatte das Gefühl, Fassbinder wirklich zu treffen!

Hanna Schygulla_groß

Wundervolle Hanna Schygulla, deren Autobiographie übrigens heißt:

„Wach auf und träume“ 

Hier ist noch ein lesenswertes Interview, das Hanna Schygulla arte über Fassbinder gegeben hat:

http://cinema.arte.tv/de/artikel/interview-mit-fassbinder-star-hanna-schygulla

♥ Doris

Fotocredit: Fassbinder Foundation, Real Fiction, Martin Gropius Bau, Doris Lautenbach