Nath Fedorova. Beautycalypse und berlinHours

Meine neue Serie The Lives of Others starte ich heute mit Nath Fedorova.

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Und einen besseren Beginn hätte ich mir gar nicht wünschen können. Nath habe ich bei einer Lesung kennengelernt. Wir waren beide als Autorinnen eingeladen, sie kam rein und ich gleich so: Oh. Wow.

Nach diesem ersten gemeinsamen Abend musste ich Nath unbedingt kennenlernen.  Und das habe ich dann tollerweise auch.

Manchmal muss ich mich kneifen und fasse mein Glück nicht, denn jetzt im August startet unser Knaller-Herzblut-Projekt, das wir zusammen mit einer dritten zauberhaften Lady ins Leben gerufen haben.

Aber davon demnächst dann (sehr viel) mehr.

Jetzt geht’s hier erstmal um Nath Fedorova. Und um ihren großartigen Blog Beautycalypse, der zu meinen allerliebsten Blogs zählt. Dürfte ich in meinem ganzen Leben nur noch drei Blogs lesen, oder müsste mich entscheiden, welcher mir auf einer einsamen Insel den Tag versüßen dürfte, Beautycalypse wäre dabei. Auf alle Fälle. Es geht, mal ganz auf die Schnelle, um grünen Lifestyle. Und zwar komplett ohne tree-hugger-eso Mentaliät.

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Und über berlinHours wird Nath noch berichten. Berlin. WHAT?

Gleich. Pscht jetzt.

Ort? Dachterrasse

Getränk? Hausgemachter Rharbarber-Kokosblüten-Chili-Sirup ist drin. Und Himbeeren.

Have a drink

Schmeckt? Allerdings! Gerade richtig süß und schön scharf. Prickelnd.

Liebe Nath, Cheers! Zu Beginn musst du unbedingt erstmal allen von deiner eigenen Seite erzählen. Worum geht es bei deinem Blog beautycalypse.com?

Cheers, liebe Doris. Schön hier!

In meinem Blog geht es um die Suche nach einem möglichst ethischen und toxinfreien Leben. Ganz einfach eigentlich.

Dass das eine wahre Quest wurde, liegt aber in der Natur der Sache. Bist Du zum Beispiel gegen Tierversuche? Sind wir doch alle. Aber ausnahmslos jedes Medikament, jeder Kosmetikinhaltsstoff mussten mal an einem Labortierchen getestet werden. Oder die Leute sagen, hey toll, ich ess keine Tiere mehr und trag kein Leder! Aber dass von Schoko-Nuss-Creme bis Shampoo alles aus Konflikt-Palmöl ist, oder wie giftig Kunstleder, wie ökologisch problematisch Kunstfaser sein kann – das bedenken dann nicht so viele. – Nicht einfach, oft nicht schön. Aber es lohnt sich.

Ich finde auch, dass wir dank der Technologie heute viel aufgeklärter sind. Man kann sich heute als Verbraucher nicht hinter „wusst’ ich nicht“ verstecken – wir kennen den wahren, schrecklichen Preis von Billig-Allem, von Mode bis Shrimps. Die Frage ist nur, wollen wir ein Mitläufer, eine Geisel der Industrie bleiben oder unser Veto einlegen?

Hast du so was wie ein Lieblingsthema? Etwas, das dir ganz besonders doll am Herzen liegt. Und die Recherchen dazu dann besonders spannend sind?

Am Wichtigsten ist mir mein grundsätzliches Anliegen, die neuesten Infos zu bekommen, um mir ein begründetes Urteil zu einem Thema zu bilden, und auch meine „grünen Regeln“. Nur weil ich eine Marke mag oder jemand eine einzige Sache toll macht, zum Beispiel vegan ist, werde ich diese Produkte trotzdem nicht unterstützen, wenn sie ansonsten meinen Kriterien nicht entsprechen.

Zum anderen habe ich so meine Grundsatzthemen wie eben das Palmöl, das Greenwashing, die Toxinvermeidung, die ethische Herstellung, rundum gelungene Produkte, gesundes Essen, Tips und Tricks, Rezepte, Powerfood, INCI-Checks. Ich beantworte gern Leserfragen. Letzte Woche erreichte mich leider eine medizinische, die ich nicht beantworten werde, aber zum Anlass für eine Themenrecherche nehme.

Und nicht alles, was mich persönlich bewegt, findet den Weg auf den Blog, aber vielleicht eines Tages. Die Netzneutralität wäre so ein Thema. Oder, um auf das grüne Thema zurückzukommen: Die Industriestandards, der Ökoboom und die politisch-wirtschaftlichen Kräfte dahinter.

Es grenzt für mich zum Beispiel an Realsatire, dass während in den USA so fortschrittliche Menschen wie etwa Vani Hari aka The Food Babe oder „Crazy Sexy Cancer“-Autorin Kris Carr sich für GMO-free food einsetzen und sogenannte „europäische Standards“ großartig finden, hierzulande genau diese Standards gerade massiv durch das TTIP belagert werden.

Zum Thema TTIP, Lobbyeinfluss und Gegenmaßnahmen kann man sich übrigens auf den Seiten von Greenpeace Deutschland, Greenpeace Österreich und des Umweltinstituts München sehr schön informieren.

Wie lange hat es eigentlich gedauert, bis Beautycalypse so stimmig und schön war? Bis du dachtest: So lass ich das jetzt.

Im Großen und Ganzen war ich nach etwa drei Monaten zufrieden mit dem Look, aber kleinere, subtilere Anpassungen und Neuerungen entstehen laufend. Die Knowledge Base zum Beispiel ist neu.

Und wie kam es denn dann zur Gründung von berlinHours?

Ich habe mich mit Nadin von Eiswürfel im Schuh, übrigens Deutschlands führender Sportbloggerin (Joggen und Triathlon), oft darüber unterhalten, dass das Bloggen hierzulande irgendwie – außer im politischen Bereich – nicht wirklich professionell spannend ist, welche Blogs wir selber gern lesen, welche Rolle Berlin dabei spielt, wie man Bloggen besser, professioneller, angesehener machen kann und dass man sich doch mal zusammensetzen könnte.

Dann ergab ein Wort das andere… 😀

Was ist dir wichtig bei der Auswahl der teilnehmenden berlinHours Blogs? Wer kann da alles mitmachen?

Grundsätzlich kann jeder hier seinen Lieblingsblog vorschlagen, auch seinen eigenen, tobt Euch aus.

Voraussetzung aber ist, dass es ein unabhängiger Blog und kein Magazin oder von einem Verlag o.ä. getragenes Projekt ist, dass der Blog in Berlin entsteht – bzw. der Hauptblogger in Berlin lebt. Außerdem muss der Blog regelmäßig aktualisiert werden und darf nicht aus billigem Copy-Paste-Content bestehen. Die Sprache ist egal, grundsätzlich jedes Thema ist willkommen.
Es gibt selbstverständlich keinen Anspruch darauf, bei berlinHours gelistet zu werden.

Interviews führen wir aber nur mit Bloggern, deren Blogs wir auch wirklich lesen und mögen, und das sind interessanterweise kleine Indie-Schmuckstücke. 😉

Übrigens kann man sich auch für die Meetup-Liste anmelden, um von den Blogger-Treffen zu erfahren, die Nadin und ich veranstalten.

Was wünscht du dir für berlinHours?

Ich sehe das langfristig als eine Möglichkeit, von den Blogs made in Berlin als eine Art Qualitätsmarke sprechen zu können. Warum auch nicht? Wir sind hier in der Hauptstadt, warum also nicht auch die Blogging-Hauptstadt? 😉

Die Meetups sind eine gute Möglichkeit, themenübergreifend andere Blogger kennenzulernen, da ergeben sich schöne Kontakte. Wir wollen demnächst mehr Workshop-Charakter reinbringen, so dass Neublogger auch etwas von den alten Hasen lernen können, dass man auch mal Fragen an Medienprofis aus allen Bereichen stellen kann, dass aber auch alle Teilnehmer etwas finden, mit dem sie ihre Blogs noch besser machen können.

Zuletzt noch dein ultimativer Tipp für alle Blogger-Neulinge?

Ihr solltet ausschließlich über etwas Bloggen, was Euch so sehr am Herzen liegt, dass Euch die Finger bluten, wenn Ihr das nicht in die Welt herausschreien dürft.

Anderenfalls sitzt Ihr schon bald frustriert da und googelt „Schreibblockade“. Also falls es dann Google noch gibt.

Vielen Dank, liebe Nath! Nehmen wir noch ne Runde?

Aber gern, liebe Doris. Danke für diese schöne Einladung. Ich hätte hier noch einen vorzüglichen veganen und histaminfreien Merlot