Meret Becker: Deins & Done

Meret Becker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(photo: kerstin groh, design: lars henkel)

 

Als Kind hatte ich keine Poster vorn irgendwelchen Stars an den Wänden, bei mir hingen bitteschön Pferdebilder und Halfter. Ich bin noch nie bei einem Konzert vor Aufregung ohnmächtig danieder gesunken (obwohl das was hat, wenn ich’s mir gerade so überlege) und mir würde im Traum nicht einfallen, mein Nachtlager vor gewissen stores aufzuschlagen.

Anscheinend fehlt mir das gewisse Fan-Gen.

Jedoch neige ich durchaus zum Schwärmen und Schwelgen. Mein Repertoire reicht von hemmungsloser Bewunderung bis hingerissener Verzauberung.

Ich finde, da habe ich jetzt aber höchst elegant einen Bogen geschlagen zu der hinreißenden Meret Becker.

Mir fällt gerade spontan keine Künstlerin ein, die ich über einen so langen Zeitraum durch die Bank einfach nur wunderbar finde.

Meret Becker, die Schauspielerin, Komponistin, Sängerin, Performing Artist.
Manche sagen auch Multitalent. Ich zum Beispiel.

Ich verehre und bewundere sie aufrichtig und ihre Art, diese Mischung aus verträumt und rotzig, diese sexy Melange aus Zirkusmädchen und Berliner Göre und Weib, die haut mich jedes Mal um. Und ihre Instrumente, ich meine, wer sonst spielt denn Singende Säge, Spieluhr und Miniatur-Glasharfe. Wer?

Das erste Mal gesehen habe ich sie 1995, im Sommer war das, im Ex’n’Pop. Und es war gleich um mich geschehen. Mit Bruder Ben Becker und ihrem späteren Mann und Vater ihrer Tochter Lulu, Alexander Hacke (Gitarrist der Einstürzenden Neubauten, wie ihr hoffentlich wisst) haben sie dort das von Ben geschriebene Theaterstück „ Sid & Nancy“ aufgeführt. Frei nach der tatsächlichen tragischen Geschichte um Sid Vicious von den Sex Pistols und seiner Frau Nancy Spungen.

Jedenfalls habe ich meines Wissens seit 1995 bei keinem von Merets Berliner Auftritten gefehlt. So.

Und deshalb saß ich natürlich auch letzten Mittwoch mit vorfreudig roten Wangen und echt aufgeregt im wunderschönen Berliner Ensemble, um das Record Release Konzert zu ihrem neuen Album Deins & Done (mit Buddy Sacher) zu feiern.

Dem Thema Liebe ist Deins & Done gewidmet, der erfüllten und vor allem der gescheiterten.
Es sind größtenteils eigene, aber auch einige Coversongs, wie zum Beispiel von Tom Waits.

Das alleine war schon fantastisch, viele großartige Musiker haben sie dabei unterstützt, ein Lied hat sie gemeinsam mit ihrer sehr süßen 15-jährigen Tochter gesungen.

An diesem Abend gab es aber im BE außerdem noch die Premiere von Ralf Schmerbergs Film zum Album zu sehen. Eine Art Cowboy Film, so schön schräg und surrealistisch. Hammer!

Meret- Seven Deaths of a Bird.

Mit Meret und Ben Becker, Cora Frost, Florian Anderer, Rolf Zacher, den drei Thalbach Frauen, Kathi, Anna, Nellie, Lulu Hacke, Veruschka, Rolf Zacher, Max Raabe, Monika Hansen u.a.

Viele der Darsteller waren an diesem Abend im BE, auf der Bühne war es brechend voll.

Und ich war im absoluten Glück.

Berauscht euch:

 

 

♥ Doris