Happy June. Ein paar Lieblinge, die den Sommer noch schöner machen

Doris Lautenbach Mon Dieu

„Süßes ist nicht gut für meine Bikinifigur!“

Doch. Wohl!

Raffaellos. Bounty. Sweet bars.

Könnt ihr alles haben.

Und das Ganze bitte in gesund (Magnesium, Eisen, Antioxidantien, Calcium, Kalium etc.) und unglaublich köstlich.

Geht nicht? Dohoch.

Wir schmeißen einfach den ganzen ungesunden Scheiß raus und machen uns die kleinen sweetie Bomben flugs selber.

Und zwar so:

Für die Raffaellos verrührt ihr

250 g Kokosraspeln mit ca. 5 EL gekühlter Kokosmilch aus der Dose, Kokosblütenzucker(oder Stevia) nach Geschmack dazu. Kaltstellen. DONE!

Bounties sind auch schon fast fertig:

Die gleiche Masse (ihr könnt sie natürlich auch zu bountymäßigen Riegeln formen) überzieht ihr mit geschmolzener, achtung: importane, ROHER Schokolade. Kühlschrank. YESSA!

Und da ihr jetzt schon mal dabei seid, würde ich euch diese schweineleckeren Sweetbars noch empfehlen, die sind auch ganz schnell gezaubert.

Das Rezept habe ich auf dem hübschen Blog Eat Train Love gefunden und etwas abgewandelt:

130 g gemahlene Nüsse (ich habe Mandeln und Pekannüsse verwendet)

2 EL getrocknete Cranberries

15 zerkleinerte Datteln

1 EL Honig (oder Kokosblütenzucker)

2EL Chiasamen, 2 EL Wasser

Alle Zutaten verrühren, zu Riegeln formen und kaltstellen. Hooray!

Mein Buchtipp von Donna Tartt.

Distelfink Buchtipp„Donna wer?“

Habe ich meine Lieblingsbuchhändlerin gefragt, als sie mir wortlos den Distelfink in die Hand gedrückt hat. Irgendwann im März war das, jedenfalls bevor das Feuilleton unisono vor Begeisterung ausflippte und Donna Tartt dann auch den Pulitzer Preis gewann.

Meine wunderbare Buchhändlerin erzählte mir auch, damals im März, dass Donna Tartt nur alle 10 Jahre einen Roman schreibt, so ungefähr jedenfalls, und dass der Distelfink ein Wahnsinnsbuch sei, das mich umhauen werde.

Voilà, so kam es und dass ich dieses Buch unter Juni-Lieblinge vorstelle, obwohl ich es längst ausgelesen habe, zum Schluss immer langsamer werdend, es sollte niemals aufhören, 1024 Seiten können sehr SEHR wenig sein, liegt an der Tatsache, dass ich immer noch häufig, im Alltag, in unmöglichen Situationen eigentlich, an den Distelfink denken muss.

Die Geschichte hat sich in mir verhakt, auf allerbeste Weise.

Deborah Treisman vom New York Review of Books hat übrigens mal auf die Frage, was denn eine gute Geschichte ausmache, geantwortet:

„An eine gute Geschichte erinnert man sich noch am nächsten Tag, in der nächsten Woche und im nächsten Jahr. Sie berührt einen, ganz gleich ob intellektuell, emotional oder komisch.“

Momentan lese ich Donnas ersten Roman. Die Geheime Geschichte.
Und wieder hat sie mich. Gleich die ersten Sätze. Bamm!

HIER noch ein Artikel über Donna Tartt und den Distelfink von Felicitas von Lovenberg für die FAZ.

Mein neuer Bikini und mein neuer Duft von Biotherm Eau fraîche.

Doris Lautenbach Splash

Und die rosa Badekappe natürlich. Ist die bitte cool? Vom Flohmarkt am Mauerpark hab ich das Prachtstück.

Ich liebe Düfte. Und ja, bei mir im Badezimmer sieht es ein bisschen aus wie bei Douglas. Apropos, ich hatte übrigens mal eine Wohnung, wo unten im Haus eine Douglas Filiale drin war. Ich hab es so geliebt!
Im Treppenhaus roch es nie nach Kohl oder Braten oder sonst wie eklig, sondern
Es duftete immer. Wunderbar.

Parfum benutze ich täglich, vier oder fünf oder sechs begleiten mich schon seit Ewigkeiten, denen werde ich auch immer treu bleiben, andere kommen und gehen, ich probiere auch gerne neue.

Ich spreche manchmal Frauen an, deren Duft mir gefällt, auf die Art habe ich schon viele tolle Entdeckungen gemacht. Ich finde, ein Duft muss zu so viel passen, zur Jahreszeit, zur Stimmung, zum Wetter. Wer will ich heute sein? Ein bisschen ist es, wie mit Mode.

„Eau fraîche“ habe ich geschenkt bekommen und wir mochten uns gleich.
Es riecht irgendwie saftig und sauber und ein klein bisschen blumig und vor allem frisch. Immer wenn ich es benutze, muss ich daran denken, wie ich vor Ewigkeiten mal in diesem Wasserfall geschwommen bin. In Thailand. Es hatte morgens geregnet, außer uns war kein Mensch da, die Luft, die Gerüche, die Stimmung, die Geräusche.

Ich weiß, das Gehirn neigt dazu, schöne Erinnerungen noch mit einem Instagram-Filter zu optimieren. Aber ich sehe alles noch genau vor mir, meine, das Plätschern zu hören, wenn ich die Augen zumache und an mir und Eau fraiche schnuppere.

Ein neuer Bikini. An mein Herz.

Ist noch gar nicht lange her, da dachte ich, Bikinis kaufen macht ungefähr soviel Spaß wie Public Viewing.

Aber, ihr Lieben, ich irrte.

Einen neuen Bikini zu kaufen, bedeutet gar nicht den absoluten Oberhorror. Ja, da schau her.

Ist wirklich kein Hexenwerk. Alles, was du brauchst ist eine gute Marke (ich finde Palmers sitzt und hält wie Bombe), schmeichelhaftes Licht in der Umkleidekabine und einen kleinen Zauberspiegel.

Der Rest, am Strand, am See, im Schwimmbad ist dann… nicht Schweigen.

Sondern Haltung und eine gute Ausstrahlung. Völlig egal, ob ein paar Kilo zuviel oder zuwenig oder wasauchimmer.

It’s all about energy, ladies.

Boyhood

Boyhood war der Publikumsliebling der Berlinale 2014 und wirklich alle, die das Vergnügen schon im Februar hatten, haben es mir vorher gesagt.

Ein Meisterwerk. Überwältigend. Der beste Film des Jahres.

Mich hat der Film bezaubert und berührt, wie schon lange nichts mehr. So viel Wärme und Einfühlungsvermögen und Genauigkeit und ich konnte gar nicht genug davon bekommen, Mason beim Erwachsenwerden zuzugucken.

Auch, weil es so unglaublich leicht und lässig erzählt ist.

Der Regisseur Richard Linklater hat ein Experiment gewagt, er hat seine Hauptdarsteller über 12 Jahre immer wieder für einige Drehtage zusammen getrommelt und also eine Art fiktionale Langzeitdokumentation gedreht.
Als der Film beginnt, ist Mason 6 Jahre alt, liebt Harry Potter und guckt sich mit seinem Freund Unterwäsche Models in Katalogen an. Am Ende des Films hat er die Highschool und die erste Liebe hinter sich und liest Kurt Vonnegut.

Aus Masons Schwester ist eine Studentin geworden, aus seiner jungen Mutter eine zweifach geschiedene Frau, die trotzdem entschieden immer weiterliebt, seine Mutter sitzt am Ende, nach knapp drei Stunden (der Film hätte für mich gerne noch einmal drei Stunden länger gehen können) in der Küche und schaut ihrem Sohn beim Packen zu und fragt sich fassungslos, wie die Zeit so schnell vergehen konnte.

Ich hab den Film mit zwei Lieblingsmenschen gesehen, mit dem einen bin ich verheiratet, mit dem anderen seit Ewigkeiten befreundet.

Wir haben alle geschluckt, als das Licht im Kino wieder anging und dann sind wir raus, in die warme Berliner Nacht und in der Dresdner Straße saßen die Leute auf der Straße, vor unserem Lieblingsladen von früher, dem Würgeengel, und wir haben Händchen gehalten und waren dankbar für unser Leben, die Liebe und die Freundschaft.

Und zu Hause haben Chris und ich unsere schlafende Tochter geküsst.

So ein Film ist Boyhood.

♥ Doris