Glücklich durch den November

Neu!  Diesmal mit…

Lars Eidinger, einem Knaller-Drink und Shakespeare

Doris Lautenbach_

Das hat er echt nicht verdient!
Der November ist ja die arme Sau unter den Monaten und dümpelt seit jeher auf den letzten Plätzen der Beliebtheitsskala. Mehr gedisst und beschimpft und beklagt wird sonst nur noch der Januar.

Damit ist jetzt mal Schluss.

Den November nicht zu mögen ist nämlich leicht.

Kann jeder. Macht jeder. Bist du jeder?
Na also.

(Neulich erst wieder unerträglichem Gequatsche in der U-Bahn lauschen müssen, das in dem Ausspruch gipfelte „Ich bin ja mehr so der mediterrane Typ, weißte“)

Ansonsten Volkstrauertag, Nieselregen, Totensonntag. Und Lou Reed ist gestorben. Otto Sander auch und immer gehen die Besten, ich weiß, ich weiß, und ich finde das auch traurig. Aber wenigstens die Kunst dieser beiden bleibt für die Ewigkeit.

Wir machen es uns schön in diesem November. Wir lassen es krachen.

Wir kaufen uns Blumen, knallen damit die Wohnung voll, wir herzen das Kind und schmusen mit dem Haustier und küssen den Partner. Und wir backen cupcakes. Und Karamell Shortbread.

Wir kochen. Jeden Tag. Am besten asiatisch, mit all diesen göttlichen Gewürzen und Kräutern und kaufen und schnuppern uns schon im Vorfeld, im Asia-Markt, glücklich.

Die Damen, wir lackieren die Nägel und nein, nicht in greige oder nude oder schlamm. Sondern in den wundervollsten Rottönen, die es gibt.
(Mein aktueller Favorit ist von Essie und hört auf den Namen russian roulette)

Wir treffen unsere Freundinnen. Ja, auch wenn wir abends eigentlich müde sind, wir ziehen uns was Tolles an für sie und wir feiern unsere Freundschaft. Und sagen und zeigen denen auch gefälligst mal, wie schön sie unser Leben machen .

Ich weiß, das sind keine bahnbrechenden Neuigkeiten, aber ich kann auch nicht ständig das Rad neu erfinden und Freunde sind nun mal Glücksgaranten. Ist so.

Außerdem gibt es diesen November wirklich unglaublich viele hammertolle Bücher. Lesungen. Theateraufführungen. Ausstellungen.
Mein Terminkalender ist so rappelvoll, ich habe gar keine Zeit, Trübsal zu blasen.

Wenn ihr vor Energie sprüht, vor Leben und Ideen, dann haben fiese Viren, die euch den November vermasseln wollen, schon mal von vorne herein schlechte Karten.

Ansonsten verpasst ihnen dieser easy peasy Power-Drink von mir einen gepflegten Tritt:

Ihr presst einfach alles an Zitrusfrüchten aus, was nicht bei drei auf dem lemon tree ist. Also Mandarinen, Orangen, Grapefruit, Limone, Pampelmuse, alles rein da.

Dazu dann selbstgemachter Ingwer Sirup.

Ingwer klein schneiden (Menge nach Geschmack. Für mich gibt’s bei Ingwer kein zuviel)
300 Gramm braunen Zucker
500 ml Wasser

Alles aufkochen, 40 Minuten köcheln lassen, abseihen. Fertisch.
So gut.

Apropos so gut. (Brillante Überleitung).

Lars Eidinger finde ich so gut. Schmelz. Habt ihr das Interview mit ihm letztes Wochenende im Tagesspiegel gelesen? Hier ist es. Zum Niederknien. Der Lars.

Diesen November werde ich ihn noch sehen. Den Lars Eidinger. Als Hamlet. In der Schaubühne. Die Karten liegen hier vor mir auf dem Schreibtisch und alleine der Blick auf DIESE Theaterkarten reicht, um mir vorfreudige gute Laune zu machen.

Und ihr so? Skakespeare? Habt ihr da Ehrfurcht? Berührungsängste? Gehört ihr auch zu denen, die in der Schulzeit gezwungenermaßen damit zu tun hatten, in Deutsch oder Englisch?

Und die Beschäftigung damit stellte jetzt nicht gerade einen Höhepunkt eurer schulischen Laufbahn dar? Tippe ich mal.

War bei mir auch so. Ich dachte, das sei mir irgendwie eine Nummer zu groß.

Ist es nicht. Ich schwöre. Und es ist es so verdammt wert, Shakespeare kennenzulernen!
Im Theater zum Beispiel. Mit Lars Eidinger im Idealfall.

Und ich empfehle euch das hier: Shakespeare für Dummies.

Dieses Buch macht so unglaublich viel Spaß und Lust, den guten alten Will zu entdecken.

Lest. Dieses. Buch. Bitte.

Der Rest ist Schweigen.
Hamlet

♥Doris