Girls`Day

War das gestern wieder ein toller Ausritt mit Lulu.

Schimmelreiterin klein_TextLulu und ich im Februar

Am liebsten wäre ich ja überhaupt nicht zum Stall zurückgeritten. Von mir aus hätte es stundenlang weitergehen können. Ach was, tagelang. Wochenlang. Und irgendwann mache ich das auch: Einen Wanderritt nämlich. Den ganzen Tag auf dem Pferd durch Feld und Flur, abends einkehren, übernachten, morgens weiter reiten. Ein ganz großer Traum ist das von mir.

Wenn da nur nicht die Menschen wären, pfft…
Oft treffe ich ja beim Ausreiten im Grunewald auf die merkwürdigsten Gestalten.

Da wird barfuss spazieren gegangen, irgendwo reingelatscht und dann blutend und hilflos am Wegesrand rumgestanden. Und sich gewundert, dass die Reiterin keinen Verbandskasten an Bord hat.

Da werden pinkfarbene Gummiboote über die Reitwege getragen. (Lulu war fassungslos).

Menschen stehen weinend im Wald und umarmen Bäume.

Da werden die Hosen vor der angewiderten Reiterin und dem scheuenden Pferd runtergelassen.

Mitten im Galopp stehen plötzlich hochgradig aggressive Rentner mit Gehwagen auf dem ausgewiesenen Reitweg.

Pinscher wollen sich in Lulus Hinterbeinen verbeißen, die Lebensmüden (ein kleiner Tritt würde genügen…), und trotzdem, trotzdem ist jeder Ausritt mit diesem Pferd ein Fest. Gestern begegnete uns niemand. Eine andere Reiterin. Sonst nur Lulu und ich. Der Wald. Das unglaubliche Septemberlicht. Glück pur.

Wie gesagt, am liebsten nicht mehr absteigen, aber leider hat man ja auch Termine, wo man nicht hoch zu Ross erscheinen kann.

Bei diesem wundervollen Spätsommerwetter kommt als Alternative ja eigentlich nur das Fahrrad in Frage.

Ich muss direkt mal überlegen, wann ich eigentlich das letzte Mal ein cooles, richtig gutes Fahrrad hatte. Ist verdammt lange her, da war ich 14 und wir waren gerade (gegen meinen ausdrücklichen Wunsch) von Berlin in die Lüneburger Heide gezogen. Statt eines eigenen Ponys hab ich ein neues Rad bekommen. Toll. Damit bin ich dann jeden Tag zum Gymnasium geradelt. Und zurück. Das waren dann 24 km. Jeden Tag. So war das halt früher. Wir haben uns auch immer am eiskalten Gebirgsbach gewaschen. Wir hatten ja nichts.

Aber das Rad war gut, ein Holland Rad, und ich frage mich gerade, was aus dem wohl geworden ist. Und wieso bitte fahre ich eigentlich jetzt so eine hässliche alte Gurke?

Mein Traumrad sieht ungefähr so aus, gerne auch in diesem rubinrot.

Leider steht es preislich aber so was von überhaupt nicht zur Debatte, und da dachte ich, in meinem neuen DIY Wahn, kein Problem, dann ist halt Selbermachen angesagt.

Folgender kleiner Dialog mit dem Mann.
(Der kommt gerade von der Arbeit. Noch in voller Business Montur):

Ich: „Hey! Ich hab da ne tolle Idee, wegen meines Fahrrads!“
Mann: „Hey! Äh, wie Fahrrad?“
Ich: „Na, weil meins doch so scheiße aussieht. Da kann man selber ganz tolle Sachen  machen! Relativ unaufwändig ist das. Ich hab hier so `ne Anleitung“ (schwenke Ausdruck)
Mann: ???
Ich: „Ja, also du müsstest es eigentlich nur auseinanderschrauben. (lese Anleitung vor): Feste Teile dann mit Klebeband schützen. Lack mit Metallschleifpapier (120er Körnung) aufrauen. Zinkstaub mit Pinsel auftragen. Dann mit Farbe lackieren, das würde ich dann machen und versiegeln, mach auch alles ich.
Na, wollen wir gleich?“
Mann: „Sorry, Baby, aber no way.“

(Mal sehen. Das wird bestimmt noch. Kann sein, dass er schon nächstes Wochenende riesengroße Lust dazu hat. Bestimmt sogar).

Lottes altes Fahrrad haben wir übrigens neulich verkauft. Nebenbei bemerkt fährt sie jetzt ein schickes cooles Holland Rad.

Von dem Erlös hat sie sich einen riesigen silbernen Schminkkoffer gekauft. Von Tschibo.
Schminkkoffer_klein_+ Text(Für so ein Teil hätte ich mir als 12-jährige übrigens in den Fuß geschossen, aber damals, ihr wisst schon. Wir hatten ja praktisch nichts. siehe oben)

Es gab dann einen schönen Schminknachmittag mit den Mädels. Ich finde die alle so zum Anbeißen, Mädchen in diesem Alter, Lotte und ihre Freundinnen.

Die sind so witzig. Und schlagfertig. Und hübsch. Und haben alle so wunder schöne Haare. Und einen hammer Humor. Ganz tolles Alter. (Kann mich übrigens nicht erinnern, dass ich in den 12, fast 13 Jahren mal ein Alter nervig oder doof fand)

Cupcakes hab ich dann noch gebacken, göttlich sag ich euch. Im Teig waren Himbeeren und Karamellbonbons. Das Topping bestand aus geschmolzener weißer Schokolade und Frischkäse. Wollt ihr das Rezept?
Cupcake_klein + Text
Abends waren wir noch im Kino. Bling Ring.
Ist Sophia Coppola eigentlich schon mal irgendwas misslungen?

♥ Doris