Dornrose. Nicht Dornröschen.

Dornrose

Berlin gedenkt jedes Jahr im Oktober am Bahnhof Grunewald Gleis 17 den deportierten Juden.

Am 18. Oktober 1941 verließ der erste Todestransport mit 1089 jüdischen Kindern, Frauen und Männern Berlin, und es begann die systematische Deportation der Berliner Juden.

Auch ich werde morgen dort wie jedes Jahr zusammen mit meiner Familie weiße Rosen ans Gleis legen.

Im letzten Jahr habe ich ja direkt im Anschluss für meine Tochter Lotte das Buch „Damals war es Friedrich“ zum Vorlesen gekauft.

Heute möchte ich euch DORNROSE von Jane Yolen ans Herz legen.

„Und um das ganze Schloss herum wuchs eine Wildrosenhecke mit Dornen so spitz wie Lagerdraht. Höher und höher wuchsen die Dornen. Und niemand fragte nach den schlafenden Menschen im Inneren.“

Die Großmutter im Roman DORNROSE hat ihren drei Enkelinnen das Märchen von Dornröschen so oft erzählt. Doch in ihrer Version sind die Dornen Stacheldraht und die böse Fee erscheint als Todesengel mit schwarzen Stiefeln.

Die Mädchen verstehen erst später, dass etwas an Großmamas Erzählart nicht stimmt. Nach ihrem Tod gehen sie auf Spurensuche. Und diese führt direkt nach Polen.

DORNROSE
Die Autorin Jane Yolen wurde 1939 in New York geboren. Sie hat zahlreiche Kinderbücher, Fantasy und Science Fiction Romane geschrieben.

Die offizielle Gedenkstunde an Gleis 17 fand letzten Mittwoch statt.

Dornrose_Jane Yolen

Schülerinnen und Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums hatten sie mit gestaltet.

Monika Grütters, Ministerin für Kultur, dankte der Nachwuchsgeneration mit folgenden Worten:

„Wichtig ist, dass ihr da seid. Wichtiger als wir Alten. Zieht euch nie zurück auf die Haltung, dass es auf das, was ihr tut, nicht ankommt.“

Und dann zitiert sie aus einem Flugblatt der Studentischen Widerstandsgruppe

Weiße Rose:

„Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den ihr um euer Herz gelegt habt.“

♥ Doris