Die Ausstellung Allure im C/O Berlin

Ausstellungsplakat Co Berlin Allure„Allure ist etwas, das existiert. Es hält einen fest. Ob ein intensiver oder flüchtiger Blick auf der Straße oder ein Gesicht in der Menge – man wird festgehalten.“

Diana Vreeland, Modejournalistin

Am Freitag lud das C/O Berlin zur Presseführung der neuen Ausstellung Allure-Fotografien aus der Collection Susanne von Meiss ein, und ich ahnte vorher schon, dass dies ein hinreißender Termin, ein Ereignis voller Schönheit und Ästhetik und Inspiration werden würde.

Es handelt sich um eine Privatsammlung, die einen repräsentativen Bogen über alle Stile und Genres der Fotografie-Geschichte von den 1920er Jahren bis zur Gegenwart spannt.

Das verbindende Element der Bilder: Allure.

Allure. Was ist das überhaupt? Allure ist flüchtig, schimmert, taucht in kurzen Momenten nur auf. Eine flüchtige Kombination aus Anmut, Eleganz und Bewegung. Allure strahlt aus dem Innersten.

Sie ist unfassbar, versucht man es dennoch, will man sie erklären, löst sie sich förmlich auf.

Allure ist ein scheues und immatrielles Phänomen.

„Ich möchte nicht, dass ein Bild mir eine fertige Geschichte erzählt. Das interessiert mich nicht“, sagt die Schweitzer Publizistin und Unternehmerin Susanne von Meiss bei der Presseführung, „vielmehr möchte ich als Betrachterin durch das Bild inspiriert werden, mir selbst eine Geschichte dazu zu überlegen.“

14_goldin Nan Goldin, Kate Moss in the mirror, Sir John Sloan Museum, London, 2001 © Nan Goldin

12_bassmanLillian Bassman, Fantasy on the Dance Floor, Barbara Mullen, dress by Christian Dior, Paris,1949 © Estate of Lillian Bassman

01_gormanGreg Gorman, Grace Jones with hat, 1991 © Greg Gorman

Momente werden also eingefangen. Augenblicke, die faszinieren und verzaubern. Kleine Momente. So liegt der Fokus auf Ausschnitten einzelner Körperteile und Silhouetten. In der Ausstellung gibt es Serien von Händen. Von Augen. Rücken. Kopfbedeckungen jeder Art. Beine. Von Marlene Dietrich beispielsweise und von Tina Turner.

Die Collection Susanne von Meiss umfasst die Werke international renommierter Fotografen, jedoch bewusst zumeist nicht deren ikonische Bilder, sondern die unbekannten Klassiker.

Die persönliche Auswahl reicht von Diane Arbus, Richard Avedon, Rene Burri und Henri Cartier-Bresson über Horst P. Horst, Irving Penn bis zu zeitgenössischen Künstlern wie Tracey Emin, Nan Goldin, Bettina Rheims, Daido Moriyama, Richard Prince und Juergen Teller.

Ganz besonders faszinierend finde ich dieses Bild von René Groebli

Rita-1953©Rene-GroebliRené Groebli, Rita, 1953 © René Groebli

Der beinahe 90jährige Groebli ist bei der Presseführung anwesend. Er erzählt, dass das Bild aus seiner Serie „Mit den Augen der Liebe“ stammt. Mit diesen fotografierte er in den 50er Jahren seine Frau Rita während der Flitterwochen. Rita verstarb letztes Jahr.

Nach der Presseführung musste ich unbedingt zu diesem Bild zurück: Der schöne Nacken, der Schwung des Halses, man ahnt den zarten Flaum im Nacken. Ich bekomme nicht genug davon.

Lasst euch diese Ausstellung bloß nicht entgehen!

Hier gibt’s alle Infos dazu.

♥ Doris