Der perfekte Samstag: Meret Oppenheim und Burrito Baby

X = Hase.

x=Hase

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So löst Meret Oppenheim als Gymnasiastin ganz entspannt eine komplizierte Mathe Gleichung. Hallooo? Wie lässig ist das denn bitte, wir befinden uns nebenbei bemerkt im Jahr 1930… Einfach hinter das x einen kleinen Hasen gemalt, dann die Schullaufbahn für vorzeitig beendet erklärt und schwupps mal eben ohne große Französisch Kenntnisse nach Paris gezogen. „Freiheit muss man sich nehmen“,  so das Credo der Berlinerin.

X = Hase, genau, und aus Meret Oppenheim (1913- 1985) sollte eine der originellsten und eigenwilligsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts werden.

Gestern hat die große Retrospektive anlässlich ihres 100. Geburtstages im Martin-Gropius-Bau begonnen. Ich musste da ja sofort hin. Kennt ihr das, eine Ausstellung, ein Film, Theaterstück, egal, man weiß, es läuft noch ganz lange, man hat theoretisch gaaanz viel Zeit, es sich anzusehen, aber es muss sofort sein. Immer.

Meret Oppenheim ist eine so spannende und faszinierende Frau gewesen, keine Chance für irgendwelche Schablonen. Nach ihrem exzentrischen Umgang mit mathematischen Gleichungen geht sie also nach Paris, lernt dort die Surrealisten um André Breton kennen und wird zunächst deren Muse. Sie ist befreundet mit Marcel Duchamp, Giacometti und Picasso, ist die Geliebte von Max Ernst und Man Ray inszeniert sie als Aktmodell. Natürlich reicht ihr das Muse-sein nicht. Schon bald lässt sie sich nicht länger inszenieren, sondern fertigt Selbstporträts, entwirft Schmuck, Mode, Möbel. Sie arbeitet mit Metall, Porzellan, Fell, das surrealistisch verfremdete Objekt wird zum Mittelpunkt ihres Schaffens. Außerdem schreibt sie Gedichte und führt ein Traumtagebuch (das musste ich mir sofort kaufen!), welches Stichwortgeber ihres gesamten künstlerischen Werkes ist.

DorisPlakat

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Meret Oppenheim Ausstellung läuft noch bis zum 1. Dezember. An eurer Stelle würde ich mich aber tunlichst vorher dorthin begeben. Es lohnt sich so was von!

Danach, wie immer nach glücklich machenden kulturellen Leckerbissen: Appetit. Lust auf was ganz besonders Gutes. Hm, wohin denn jetzt am besten. Und noch eine sensationell gute Entscheidung getroffen, an diesem Samstag: Wir gehen ins Burrito Baby in der Pflügerstraße 11 im Reuterkiez.
Ah, ist das eine gute Wahl, hier gibt’s die allerköstlichsten Burritos weit und breit. Vegetarisch und auf Wunsch auch vegan, dann ohne Käse und Sauerrahm, dafür mit Cashewmus. Nomen est omen hab ich mich für die Variane Hot Mama entschieden, mit Bohnen, Soja Geschnetzeltem, hausgemachter Salsa verde, „nettem“ Reis (nice rice), Koriander und Jalapenos.

Der perfekte Samstag. Sag ich doch.

♥ Doris