Blaubeerblau

Fernsehen ist nichts für uns.

Okeeey, manchmal schauen wir auf Arte Dokumentationen über kaukasische Ziegenhirte. Oder Kreidekreise. Je nachdem.

Und manchmal schalten wir auch ein, wenn es neue Erkenntnisse in der Hirnforschung gibt und Neurologen aus aller Welt darüber diskutieren. Fernsehen soll uns in erster Linie weiterbilden. Das finden wir auch für Lotte ganz wichtig.

Meistens aber kommen wir alle abends zusammen und musizieren gemeinsam. Harfe, Klarinette, Geige. Das ist immer sehr schön.

Sehr häufig lese ich meinen Lieben auch was vor. Gerade sind wir bei der Novelle „Das hündische Herz“ von Michail Bulgakow.

(Die ZEIT schrieb übrigens frech „Lumpi und die Revolution“).

Wir aber lesen das Werk selbstverständlich im Original, diese Übersetzungen verfälschen doch immer total.

Der Mann hasst ja auch Fußball. Nie würde er dabei rumschreien wie ein Bekloppter. Ohhh nein. Irgendwie ist er anscheinend zu sensibel für diese rohe Sportart. Auch Eishockey und Handball verkraftet er ja ganz schlecht.

Stattdessen geht er lieber in sein Atelier und ist schöpferisch tätig. Seine Skulpturen…

Ähh. Ja.
Fast nichts davon stimmt.

Das mit dem Hündischen Herz aber schon. Allerdings lese ich das schön alleine. Meine Familie würde mir was husten und russisch kann ich auch nicht. Leider in dem Fall. Ist der Bulgakow bitte ein toller Autor? Habt ihr Meister und Margarita gelesen? Schlichtweg genial.

Selbstverständlich muss es manchmal Trash-TV sein. Die volle Dröhnung.

Und dazu reiche man mir bitte Eiscreme von Ben & Jerry`s. Kennt ihr „Karamel Sutra“? Genau. Die Sorte, die pro Löffel mit etwa fünfzehntausend Kalorien zu Buche schlägt. Aber jede einzelne ist es so verdammt wert.

Dass ganz viel Schrott im TV läuft, ein öder-immer-gleicher-Einheitsbrei, wissen wir ja alle.

Aber dafür hat der liebe Gott schließlich zum Ausgleich auch die vielen Knaller- Serien erschaffen.

Sopranos. Mad Men. Im Angesicht des Verbrechens. Girls. Und wie sie alle heißen. Ich freu mich demnächst auf Homeland. Aber vorher kommt erst noch Breaking Bad.

Aber was ich eigentlich sagen möchte ist, dass es bei all dem berechtigten Fernseh-Bashing glücklicherweise auch immer noch erstklassige Filme gibt. Juwelen. Solitäre. Gestern hab ich mal wieder so einen Film entdeckt.

Ich Trüffelschwein.

(Einige werden jetzt müde lächeln und gähnen und denken: Gottchen. Trüffelschwein. Hätte sie wohl gerne. Den kenn ich doch schon ewig)

Für alle anderen, das hier ist für euch:

Blaubeerblau.

Der Film spielt in einem Hospiz. Es geht um das Sterben. Um das Leben. Um Freundschaft. Um die wirklich wichtigen Dinge. Vor allem aber geht es um Liebe.
Mich hat er umgehauen, der Film und glücklich gemacht. Obwohl ich dabei so geheult habe, aber das ist ja nun überhaupt kein Widerspruch.

Ich musste bei dem Film die ganze Zeit an eine Herzensfreundin von mir denken. Ihre Mama ist im Februar in einem Hospiz in Berlin gestorben.

(Und Ich bin so froh, dass diese Dame hier beim Gucken die ganze Zeit neben mir lag)

Tammi ♥

Tammi_klein+Text

Die Darsteller von Blaubeerblau sind schon allein eine Klasse für sich.

Devid Striesow. Stipe Erceg. Nina Kunzendorf. Dagmar Manzel.

Regisseur ist der sehr tolle Rainer Kaufmann.

Und das Drehbuch, für das sie völlig zu Recht am 18. September den Robert Geisendörfer Preis erhält, hat die wunderbare  Grimme Preisträgerein
Beate Langmaack geschrieben.

Hier gibt’s ein bisschen mehr über die Drehbuchautorin.

Hier der Trailer.

Nachtrag an den Mann:

Ja, ich weiß. Der Hund soll nicht aufs Bett.
Es war auch die totale Ausnahme. Echt jetzt.
Wir machen das sonst nieeee, wenn du nicht da bist.

♥ Doris