Ausstellung im Kolbe Museum: Auguste Rodin und Madame Hanako

 

Rodin__HanakoAcht Monate war das Georg-Kolbe-Museum wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Zur Wiedereröffnung am 9. Juni gibt es in den wunderschönen lichten Atelierräumen im Stadtteil Westend jetzt eine Ausstellung zu sehen, die ich euch dringlich empfehlen möchte.

Kolbe Museum_aussen(c) Georg Kolbe Museum

Sie kommt directement aus Paris, die Ausstellung Rodin und Madame Hanako. Aus dem Musée Rodin nämlich; und als ich bei der Eröffnung so durch die Räume schlendere, habe ich sofort die Gefühle und Gedanken in Herz und Kopf aus der Zeit, als ich für ein Jahr in der französischen Hauptstadt lebte; und eben auch des Öfteren (händchenhaltend) durchs Rodin Museum spazierte, durch dieses romantische Juwel an Rokkoko-Architektur.

Der französische Bildhauer und die Emazipationsgeschichte der japanischen Tänzerin
Der umfangreiche Hanako-Zyklus von Rodin gehört zu seinen weniger bekannten Arbeiten. Das Kolbe Museum zeigt nun erstmals in Deutschland rund 50 originale Plastiken und Zeichnungen der japanischen Tänzerin Hanako (1868-1845)

AugusteRodin-MuseeRodin(c) Georg Kolbe Museum

RodinHanakoFotoEnricDuchFoto: Enric Duch

Inspirierende Begegnung des weltberühmten Bildhauers mit der zierlichen Tänzerin Madame Hanako
Madame Hanako war das letzte wichtige Modell von Rodin. Tatsächlich hat er niemanden häufiger porträtiert und expressive Masken, Porträts und Büsten von ihr geschaffen.

Madame-Hanako(c) Kolbe Museum

Die erstaunliche Emanzipationsgeschichte einer jungen Japanerin zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Aus einer starren Gesellschaft kommend, suchte Madame Hanako nach zwei gescheiterten Ehen und einer Geisha-Ausbildung selbstbewusst ihre Freiheit in den pulsierenden Großstädten dieser Zeit.

New York, London, Moskau, Berlin und Paris.

Sie machte sich schnell einen Namen durch ihre einzigartigen Theater- und Tanzdarbietungen, die dem damaligen Interesse am Exotischen entsprach.
Ihre dramatischen Bühnenauftritte zogen Künstler und Intellektuelle in ihren Bann.

Auguste Rodin sah aber offenbar noch mehr in ihr:
Durch die faszinierende Vielfalt im Ausdruck von Gefühlen, die sie auf der Bühne vermitteln konnte, war sie für ihn eine vollkommen neue Inspirationsquelle.

Madame Hanako war es, die ihn zu den modernsten Formen seines Werkes anregte:
Immer auf der Suche nach einer inneren Schönheit, die wahrhaftig erscheint, fand er in ihr das ideale Modell.

Eine wirklich inspirierend-schöne und sehenswerte Ausstellung. Und für den perfekten Abschluss müsst ihr anschließend unbedingt im Café K einkehren!

♥ Doris