Auftakt mit Pasolini. Und eine Buchempfehlung

So.
Stundenlang gelesen. Geschlafen. Die Familie geherzt. Neue Notizbücher begonnen. True Detectives gesehen (Mon dieu, so großartig). Im Theater gewesen. Und im Kino. In dieser tollen Ausstellung. Und sogar zweimal im Schwimmbad. Lange Winterspaziergänge durch verschneite Märchenlandschaft mit Mann und Tochter und Hund und Pferd. Köstlich gekocht. Und endlich mal vegan gebacken. Knallerbsen geworfen, Glückskekse geknackt, Wunderkerzen gemocht und Glitzer-Konfetti aus dem Fell vom Riesenschnauzermädchen entfernt. Milchreis mit Mandelmilch und Himbeeren verfallen. Liegen geblieben.

Und jetzt ist gut.
Spätestens am 1. Januar setzt bei mir der Weihnachtsdeko-Rappel ein. Alles muss raus. Hyazinthen und Tulpen und Frische rein. Sehr roter Lippenstift rauf. Sogar beinahe Lust verspürt, die Fenster zu putzen.

Und? Seid ihr schon raus aus der verfressenen Weihnachtsgemütlichkeit und hoch von eurem (inneren) Sofa? Oder wollt ihr noch ein bisschen in eurer Höhle bleiben?

Wer raus will und das große Glück hat, in Berlin zu wohnen oder momentan zu weilen, dem sei die Ausstellung Pasolini Roma im Martin Gropius-Bau ans Herz gelegt. Dringend. Sie ist nur noch bis zum 5. Januar zu sehen und so was von sehenswert.

Pasolini Martin Gropius Bau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ausstellung Pasolini Roma handelt vom italienischen Filmemacher und Schriftsteller Pier Paolo Pasolini mit Blick auf seine Beziehung zur Stadt Rom.

Pasolini (1922-1975) galt und gilt als eine der herausragenden und schillerndsten Persönlichkeiten Europas. Als Lyriker, als Autor von Romanen und politischen Essays, als Regisseur polarisierender Filme, als Maler und Zeichner.

Seine Themen: Poesie. Religion. Sex. Politik. Tod. Schicksal.

Pasolini

 

 

 

 

 

 

 

Pier Paolo Pasolini auf dem Set von „Teorema“, 1968

 

Die großartige Ausstellung beginnt mit der Ankunft des 27-jährigen Pasolini in Rom und endet mit seiner Ermordung, deren Umstände bis heute ungeklärt sind.

Und noch schnell eine Buchempfehlung:

Wer sich für Indien interessiert (und wie könnte man nicht), wird das gleichnamige Buch Indien von Pier Paolo Pasolini und Andreas Altmann lieben.

1960 bereiste Pasolini mit seinen Freunden Alberto Moravia und Elsa Morante den indischen Subkontinent und bestaunte Land, Menschen, Religion und Kultur. Andreas Altmann, als Pasolini- und Indienkenner ausgezeichnet mit diversen Literaturpreisen, reist fünf Jahrzehnte später auf Pasolinis Spuren und erzählt, was sich seit damals verändert hat und was Indien heute ausmacht.

„Indien enträtselt niemand. Indien wirft um, betäubt. Ein Land als Droge. Wer es betritt, muss gewappnet sein.“

Klingt gut, oder.

♥ Doris