Bukahara // Record-Release Konzert

Manchmal passiert es ja, dass ich mich so richtig reinverliebe, unsterblich, in eine mir bis dahin unbekannte Band, und deren Musik dann am allerliebsten gar nicht mehr ausmachen möchte und tagelang rauf und runter höre und mich vor Begeisterung überhaupt nicht mehr einkriege.

Genau so kürzlich geschehen mit der Band Bukahara.

Ahmed Eid, Daniel Avi Schneider, Soufian Zoghlami und Max von Einem Weiterlesen

Sibylle Berg im Gorki Theater

Vor wenigen Wochen kam er dann endlich auf den Markt, der neue Roman von Sibylle Berg.

Sehnsüchtig hatte ich ihn bereits erwartet, war sogar ein bisschen aufgeregt, auf jeden Fall im höchsten Maße vorfreudig, so wie immer, wenn Sie einen Roman veröffentlichen oder ein Theaterstück und Ihre Kolumnen auf Spiegel online, Frau Berg, die lese ich ja nie schnellschnell mal eben zwischendurch, sondern laaangsam und mit Genuss.

Doch, ich muss es hier leider so offen sagen, ich liebe und verehre Sie Ihre Schreibkunst, Frau Berg.

Mir ist auch schleierhaft, warum Ihre Bücher so gut wie nie auf wichtigen Short-und Longlists der deutschen Literaturpreise auftauchen und wieso bitte hat eigentlich Vielen Dank für das Leben 2012 nicht ALLES an möglichen Preisen abgeräumt?

Peinlich für die Jurys.

Aber dass sich Qualität von Büchern nicht zwangsläufig immer in Preisen ausdrückt- geschenkt. Und trotzdem so unfair.

sibylle Berg

 Foto: Katharina Lütscher

 

Aber immerhin wurde das fantastische Theaterstück von Sybille Berg Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen 2014 von „Theater heute“ zum besten Stück des Jahres gewählt.

Und jetzt also nur noch zweimal schlafen, dann ist sie wieder höchst Selbst im Gorki zu sehen.

Am 24. und 25. Februar liest Sibylle Berg gemeinsam mit Christian Ulmen aus:

Der Tag, als meine Frau einen Mann fand

Special Guest ist die Elekro-Band Kreidler.

Für beide Termine gibt’s nur noch zwei oder drei Karten.

Meine beiden Tickets liegen ja zum Glück bereits seit Wochen auf meinem Schreibtisch und sorgen hier für vorfreudig gute Laune.

Wer nicht persönlich dabei sein kann, Spiegel online zeigt den Abend am 25. Februar ab 20 Uhr im Livestream.

Und darum geht’s im neuen Roman:

Das Paar Chloe und Rasmus ist seit 20 Jahren verheiratet. Eigentlich geht es ihnen gut, man ist sich vertraut, aber das alles so weitergehen soll wie bisher, ist eigentlich auch nicht auszuhalten.

Dennoch machen sie einfach so weiter, aus Mangel an Alternativen und Bequemlichkeit. Bis Rasmus, der Theater Regisseur, es beruflich noch mal wissen will, die Welt erobern und Erfolg haben möchte.

Chloe, an seiner Seite, verliebt sich dabei in einen anderen Mann, wild und leidenschaftlich und hat den besten Sex (Geschlechtsverkehr, wie Frau Berg zu sagen pflegt) aller Zeiten. Und jetzt?

Chloe:

Ich wache gegen gegen drei Uhr auf, um ein wenig Ruhe vor Rasmus zu heben, und um an etwas anderes zu denken als an das Theater. Aber es fällt mir nichts ein.

Rasmus’ Probleme haben jeden Millimeter unserer Hirne besetzt. Also denke ich jeden Morgen zwischen drei und vier in Ermangelung eigener Probleme über Rasmus’ Scheitern nach, erforsche die Straße seines Erfolgs, untersuche sie auf Abzweigungen hin, in die er irgendwann falsch abbog und die in einer Sackgasse endeten.(…)

Rasmus schnarcht leise, ich decke ihn zu, streiche ihm über die Wange. Mein armer gedemütigter Mann. Er tut mir so leid, in seinem Misserfolg, in seiner Unfähigkeit, einen Beruf als das zu sehen, was er ist: ein Zeitvertreib im Warten auf den Tod.

Von weit singt aus einem Radio France Gall. Die alten französischen Chansons erzeugen eine Sehnsucht nach Schwarz-Weiß, nach leeren Straßen im Morgengrauen (…)

Liebe ist möglich, wenn man sie von Raserei und Leidenschaft trennt. Ich setze meine Lesebrille auf beim Denken dieses Satzes. Innerlich.

Die Sonne ist noch nicht zu ahnen, und ich wünsche mir etwas, das ich nicht schon hundertmal erlebt habe.

Sehen wir uns am Mittwoch im Gorki?
♥ Doris

65. Berlinale: Kurzfilm-Häppchen

Und? Ihr? Seid beim Berlinale-Getümmel dabei gewesen, habt euch so richtig reingestürzt ins cineastische Vergnügen und die ganz besondere Atmosphäre, die dann in unserer Stadt herrscht, genossen?

Die 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin neigen sich dem Ende entgegen, der Publikumsandrang war wohl so groß wie noch nie, und meine Woche dieses Jahr so trubelig, dass ich zwar die Eröffnungsfeier gesehen habe, aber zum ersten Mal keinen einzigen Film.
Boo-hoo.

Vieles hätte mich ja interessiert, einiges davon wird später glücklicherweise regulär in die Kinos kommen, zum Beispiel die Pop-Tragödie Cobain: Montage of Heck, die im Panorama lief.

Drei Dokumentarfilme über Kurt Cobain gibt es bereits, Gus Van Sant hat aus den letzten Tagen des Nirvana Sängers einen Spielfilm gemacht („Last Days“), aber so viel über Cobain erfahren wie in „Monatge of Heck“, hat man laut meines Freundes und Film-Maniacs Manu noch nie zuvor.

Hier kommt zum Trost für entgangene Kino-Freuden ein kleiner Filmtipp, quasi ein leckeres Häppchen für zwischendurch.

Für ARTE haben sich tolle Schauspieler*innen die Ehre gegeben, und auf der Beziehungscouch Platz genommen. In jeweils nur drei Minuten tauchen Katja Riemann, Heike Makatsch, Nora Tschirner, Samuel Finzi, Dominique Horwitz, David Kross, um nur mal einige zu nennen, in unterschiedlichste Beziehungswelten ein.

Das ist gleichermaßen skurril, lustig, überraschend und vor allem sehr unterhaltsam.

Hier gibt’s noch Nachschub an Paaren.

Viel Spaß.

♥ Doris