Ein perfekter Sonntag: (s)panische Fliege und Long March Canteen

Sophie Rois

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                          

Sie sind es wirklich:Mandy Rudski und Sophie Rois auf dem Teppich

Viele Leute mögen ja keine Sonntage. Ist mir völlig rätselhaft. Was ich nicht mag, ist Tatort gucken. Am besten noch in großer Runde in irgendwelchen Etablissements, und alle raten sie schön gemeinsam mit. Ganz gruselig.

Aber Sonntage liebe ich. Schon immer.

Ich gehe auch äußerst gerne ins Theater, und ins Restaurant ja sowieso, vor allem wenn es ein asiatisches ist. Und insofern war eigentlich bereits im Vorfeld klar, dass der letzte Sonntag so richtig gut werden würde.

Es fing schon an mit den Theaterkarten, die ich ein paar Tage vorher als Überraschung auf meinem Schreibtisch vorfand. Ach, der Mann. An mein Herz!

Das Stück „Die (s)panische Fliege“ hatte im Sommer 2011 in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Premiere. Herbert Fritsch, einst selber prägender Schauspieler in Frank Castorfs Ensemble, war als Regisseur an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückgekehrt, wurde beim Theatertreffen als Mann der Stunde gefeiert und es gab hymnische Lobpreisungen für ihn und sein Stück.

Ich hab mich so gefreut, dass es jetzt hin und wieder im Spielplan der Volksbühne auftaucht und kann nur ganz dringend raten, unbedingt hinzugehen. Das Stück ist absolut hinreißend (Uraufführung übrigens schon 1913), ich kann mich nicht erinnern, jemals im Theater derart gelacht zu haben.

Keinerlei Diskurs. Kein doppelter Boden und Besserwisserei. Nicht ein erhobener Zeigefinger.  Keine Denkarbeit. Stattdessen wunderbarster Klamauk und Schabernack, jawohl, Schabernack. Eine Verwechslungs- und Verwicklungsgeschichte. Es geht um notgeile Ehemänner, die ihre Jugendsünden und Seitensprünge buchstäblich unter den Teppich kehren wollen – großartiges Bühnenbild – und sittenstrenge Ehefrauen mit hoch getürmten Marie-Antoinette Perücken. Eingebaute Trampolins auf der Bühne, es wird in die Höhe geschnellt und der Länge nach hingeschlagen, es ist ein einziges Fest. Sophie Rois ist zum Niederknien. Sowieso. Ist sie ja immer. Und Wolfram Koch als Mostrichfabrikant Klinke haut einen um. Und die anderen Schauspieler auch alle… ach, ich würde das Stück am liebsten gleich noch mal ansehen.

Wir sind also in allerbester Höchststimmung, als wir danach im  Restaurant Long March Canteen eintreffen. Und es geht grandios weiter, erst mit einem köstlichen Getränk aus Apfel, Gurke, Ingwer und noch irgendwas. Mit göttlichen Vorspeisen und hammerleckeren Dim Sums, besser kann es in Shanghai auch nicht schmecken. Serviert wird von schönen, charmanten und gutgelaunten Menschen.

Der  perfekte Sonntag eben.

Lesung im Café Tasso am 11.04.2013 20:00 – Thema: Hausmeister

Geliebt und gehasst: Nachbarn der besonderen Sorte. Sie schrauben defekte Glühbirnen im Treppenhaus ein oder sie mahnen mit drohenden Worten eine ordentliche Mülltrennung an. Sie reparieren defekte Wasserhähne oder rufen sofort die Polizei, wenn die Musik mal wieder zu laut ist. An diesem Abend werden wir uns dieser besonderen Kategorie Mensch in aller gebührenden Ausführlichkeit widmen. Wie von uns gewohnt: Sechs Autorinnen und Autoren schreiben je eine Geschichte zum Thema.

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Bild: Thomas Max Müller  / pixelio.de

Das Café Tasso ist in der Frankfurter Allee 11 beheimatet und ist sehr gut mit der U-5 oder der M-10 (Haltestelle: Frankfurter Tor) zu erreichen. Vor der Lesung könnt Ihr dort in einem reichhaltigen Angebot antiquarischer Bücher stöbern (fast alle zum Preis von 1 EUR).