Textfeuer Berliner Lesebühnen – Lesung in der Feuerwache

Am Samstag, den 26.01.2013 lädt die Studiobühne der „Alten Feuerwache“ ab 20 Uhr zum 15. Teil der ultra-megabeliebten Veranstaltungsreihe ein:

Einmal im Monat stellen Berliner Autoren verschiedener Lesebühnen sich und ihre Texte vor – ein literarischer Abend in gemütlicher Atmosphäre, zum Zuhören, Nachdenken, Lachen und Genießen.

Dieses Mal werden für Sie lesen:

Doris Lautenbach (Die Unerhörten)
Barbara Friedel Stocks – (Das aktuelle Wortstudio)
Michael Andre Werner – (Die Brutusmörder)
Markus Katzenmeier – (Kreuzberger Literaturwerkstatt)
Maria Pätzold – (Literatur Saloon Lunge)
Eintritt: 5€ / ermäßigt 3€

Studiobühne in der Alten Feuerwache, Marchlewskistraße 6
10243 Berlin U 5 / Weberwiese
Karten: 030/4266636
studiobühne@kulturamtfk.de

 

Auf der Couch mit: Taxi Driver und Veggie Burger

www.photobucket.com

„Here´s a man who would not take it anymore“

Ist das eine tolle Ausstellung, die da gerade im Museum für Film und Fernsehen eröffnet wurde! Ein absolutes Muss und echter Leckerbissen für alle Filmfreunde.

Die weltweit erste Ausstellung über den ganz und gar großartigen Regisseur Martin Scorsese. Bis Mitte Mai ist sie noch am Potsdamer Platz zu sehen, und bis Februar zeigt das Arsenal im selben Haus noch eine große Retrospektive seiner Filme. Und ja, auf Scorsese Filme bekommt man wirklich Lust, wenn man all die liebevoll zusammengetragenen Stücke betrachtet. Was für eine Schatzkammer! Storyboards, Drehbücher mit persönlichen Notizen, Filmszenen, Videomaterial, Kostüme. Wie zum Beispiel Robert de Niros Boxhandschuhe aus „Wie ein wilder Stier“ und seine Stiefel aus „Taxi Driver“.

Apropos. „Taxi Driver“. Bei besonders beeindruckenden Filmen erinnert man sich ja oft noch ganz genau, wo und wann man die zum ersten Mal gesehen hat. Bei „Taxi Driver“ war ich Anfang 20, es war auch Januar oder Februar, jedenfalls Winter in Deutschland, und ich für fast drei Monate in Thailand unterwegs. Der Film lief mittags auf Video in diesem guesthouse auf Ko Phangan, wo ich eigentlich nur einen banana pancake essen wollte.

Völlig umgehauen hat mich der Film damals, das fällt mir wieder ein, als ich durch die Ausstellung schlendere, und dass ich den danach nie wieder gesehen habe, wieso eigentlich nicht. Höchste Zeit also für einen schönen DVD Nachmittag auf der Couch. Der perfekte Samstagnachmittag.

Zu DVD Nachmittagen auf der Couch (unsere liebe ich übrigens, die ist riesig, dunkelrot, mit Bergen von kuscheligen Kissen), gehört natürlich unbedingt glücklich machendes Essen, ist klar. Mir stand der Sinn nach Burger, ganz großartige gibt`s ja hier, aber gestern war selber machen angesagt. Ich nehme meinen Burger grundsätzlich ohne Tier, mache also die Buletten aus Grünkern, was unsexy klingt, aber tatsächlich köstlich schmeckt. Als Käse kommt natürlich nur Cheddar in Frage. Und zur Feier des Tages hab ich gestern sogar die Mayonnaise auch selber gerührt, und dazu gab es dann selbstverständlich noch eine riesige Schüssel mit Parmesan- Potatoe- Chips aus dem Ofen. So gut.

Und Robert de Niro als Travis Bickle beim Durchdrehen zuzugucken, war wieder so was von sensationell. Hammer. Unübertroffen Gänsehaut ist ja wohl die Szene, wo er zu seinem Spiegelbild immer wieder sagt: you talkin` to me?

Zum Abschluss was Süßes. Und da banana pancakes nur in ihrer natürlichen Umgebung schmecken, habe ich mich gestern für Vanilleeis entschieden. Mit heißen Himbeeren und zerbröselten Oreo Keksen. Die große Portion. Ebenfalls glücklich machend und sehr zu empfehlen.

Hab ich mal was gegen den Winter gesagt?

Januar, du kannst mich mal!

Petra Bork Pixelio

Ja. Schon klar. Es ist wenig originell, den Januar nicht zu ertragen. Mir doch egal, trotzdem: so trübe alles, jeder Schritt vor die Haustür eine einzige Zumutung und persönliche Beleidigung. Und natürlich sind wir alle krank gewesen, das Töchterchen, der Mann, selbst unser Riesenschnauzer hing in den Seilen und ich musste gar eine Lesung absagen, noch nie dagewesen so was. Und danach bin ich gleich noch kränker geworden, so schrecklich habe ich mich dabei gefühlt. Morgens alles bleischwer und bleigrau, sofort wieder hinlegen wollen, zu nichts Lust, null Energie. Höchstens, um den Hund zu kraulen und Jasmin Tee zu kochen, die tausendste Kanne. Und dann auch noch unbedingt wieder Rauchen wollen, was soll das denn jetzt, fühlte sich doch schon alles so gut und selbstverständlich an, das Nichtraucherleben.

Also hab ich mir gestern gesagt: Januar, du kannst mich mal! Und ich lass mir das nicht länger von dir gefallen. Das ist doch auch ungesund, sich so reinzusteigern in diesen Januarhass. Für die Seele sowieso, aber auch für den Teint.

Folgende Gegenmaßnahmen habe ich dann umgehend eingeleitet:

Tulpen. In pink und orange und gelb. Ich konnte kaum alle tragen, genauso muss das auch mit Tulpen sein, finde ich. Sie machen nun mal am meisten her, wenn so richtig aus dem Vollen geschöpft wird. Das hat auch die nette Verkäuferin auf dem Markt zu mir gesagt, außerdem gab sie mir noch den Tipp, die Blumen jeden Tag frisch anzuschneiden und dann das Wasser auch gleich zu wechseln. Ein Cent Stück in der Vase würde Oxidation verhindern und für noch längere Haltbarkeit sorgen. Wusste ich alles nicht, ich hab kein Händchen für Pflanzen. Den tollsten Strauß hab ich auf meinen Schreibtisch gestellt, den Rest überall verteilt. Ein sehr guter Anfang!

Neuer Lippenstift. Von Mac. Farbe Chili. Ah, schon viel besser.

Kleines Kulturprogramm. Hilft eigentlich immer. Ich bin also nach Mitte gefahren, in die ehemalige jüdische Mädchenschule in der Auguststraße. Ein guter Ort.

Angesichts der Geschichte dieses eindrucksvollen Hauses, beim Betrachten der jungen Mädchen auf den Fotos an den Wänden, den Informationen dazu über Deportationen während des Schulbetriebs im Jahre 1941, schämt man sich sofort seiner läppischen Wehwehchen und kommt schlagartig auf den Boden. Neben dem Museum „The Kennedys“ und der Galerie Fuchs gibt es dort eine Dependance der Fotogalerie Camera Work. Ich hab mich an dem Tag für die weltweit größte Sammlung zur Familiengeschichte der Kennedys entschieden. Absolut empfehlenswert! In der ehemaligen jüdischen Mädchenschule kann man auch ausgezeichnet essen: Im Restaurant „Pauly Saal“, der ehemaligen Turnhalle, in der Kantine „The Kosher Classroom“ und dem Deli, ganz im New York Stil, „Mogg & Melzer“, wo die Bagels und der Kaffee wirklich supergut sind.

Zum Schluss hab ich noch, wie immer, wenn ich in der Gegend bin, bei Princess Cheesecake zugeschlagen. „Be loved by chocolate“, hm, das ist da mein absoluter Lieblings-Favorit.  Und damit war dann das NY Gefühl auch perfekt. Und als ich abends das neue Lied von David Bowie „Where are we now“ gehört habe, war schon längst alles wieder gut. Angeblich soll es ja ab nächster Woche wieder so richtig kalt werden, eine sogenannte „Polarpeitsche“ sei im Anflug, na so was.

Ich bin jedenfalls gerüstet.